10. Dezember 2018 | Druckansicht

Handlungsorientiert prüfen

Praxisnah - Flexibel - Differenziert - Spezialisiert

Die Erstellung von handlungsorientierten, praxisnahen und situativen Prüfungsaufgaben ist eine der Kernforderungen aus den Entwicklungsprojekten und Evaluierungen von Prüfungsverfahren, die Mitte der 90er Jahre durchgeführt wurden. Seither bildet diese Kernforderung im Rahmen der Neuordnungen von kaufmännischen Berufsbildern eine der Grundlagen für die Aufgabenerstellung und prägt die Fortentwicklung der Prüfungskonzepte in den Aufgabenerstellungseinrichtungen für schriftliche IHK-Prüfungen in besonderer Weise.

Ausgehend von den formalen und wissenschaftlichen Grundlagen der IHK-Prüfungen und den in vielen Jahren gewonnenen Erfahrungen konnte ein struktureller Rahmen für die Aufgabenerstellung erarbeitet werden, der die einzusetzenden Prüfungsverfahren, die Aufgabentypen und deren Merkmale berücksichtigt und Empfehlungen zum Aufbau der Aufgabensätze gibt.

Dabei kommt der Einbettung der Prüfungsaufgaben in ein möglichst realitätsnahes Umfeld mit jeweils aufeinander abgestimmten Musterfirmen, Geschäftsbedingungen und Formularen besondere Bedeutung zu. Die ZPA Nord-West stellt dazu Hilfsmittel zur Verfügung, die den Aufgabenerstellern die Konstruktion praxis- und handlungsorientierter Prüfungsaufgaben erleichtern sollen.

Das Prüfungskonzept unterliegt jedoch - wie die Ausbildungsinhalte selbst auch - einem stetigen Anpassungsprozess. Dieser Prozess wird mit den IHKs und den Fachausschüssen diskutiert, modifiziert und zu berufsspezifischen Prüfungskonzepten verdichtet mit dem Ziel, in den Prüfungen verstärkt Kompetenzen anhand berufstypischer Vorgänge abzuprüfen, über die eine ausgebildete Fachkraft im erlernten Beruf an ihrem Arbeitsplatz verfügen muss.