Eisberg-Modell
Welche Verbindung hat der Eisberg mit der Bildung?

These
Mit dem Gelernten verhält es sich wie mit einem Eisberg; nur etwa ein Zehntel ist im Bewusstsein (explizites Wissen). Nur diesen Teil können wir in Worte fassen oder anders bewusst ausdrücken. Die restlichen 90 % des Gelernten liegen unterhalb der Bewusstseingrenze (implizites Wissen / Tiefenwissen - kann nicht einfach sprachlich ausgedrückt werden).
Mit dem Gelernten verhält es sich wie mit einem Eisberg; nur etwa ein Zehntel ist im Bewusstsein (explizites Wissen). Nur diesen Teil können wir in Worte fassen oder anders bewusst ausdrücken. Die restlichen 90 % des Gelernten liegen unterhalb der Bewusstseingrenze (implizites Wissen / Tiefenwissen - kann nicht einfach sprachlich ausgedrückt werden).
Der Mensch würde, wenn er sich allein auf seine rationalen Fähigkeiten
beschränkte, nicht sein gesamtes Potenzial ausschöpfen.
Nicht nur, dass unser Unterbewusstsein die meisten unserer Handlungen
quasi automatisch steuert und uns so von einer bewussten Steuerung entlastet, sondern auch, weil
die vielen über unsere Sinne aufgenommenen und im Unterbewusstsein gespeicherten Informationen
unser Denken beeinflussen. So ist der Mensch in der Lage, sich an neue Situationen anzupassen,
Chancen zu nutzen oder Neues zu Erfinden, wenn er sein Denken von "Ahnungen" und anderen
"Irrationalitäten" leiten lässt.
Bewusstsein und Unterbewusstsein bilden zusammen eine Einheit. Die
Spitze, die oberhalb der Bewusstseingrenze sichtbar ist, wird vom darunterliegenden Teil getragen
und gestützt.
Insbesondere für Unternehmen heißt das: Echte Innovationen gibt es
erst, wenn implizites und explizites Wissen immer wieder miteinander interagieren.
Eisberg-Theorie nach Freud
Nach der Eisberg-Theorie von Sigmund Freud gleicht die menschliche
Bewusstseinsbildung einem Eisberg.
Alle drei Bereiche der Persönlichkeit
(Unbewusstsein/Bewusstsein/Gedächtnis) werden durch die Wahrnehmung beeinflusst und wirken zur
Urteilsbildung mit.
(
bewu
ss
te/unbewu
ss
te Motivation, auch manipulierbar).
Lernen
Das Lernen hat mit der Beschäftigung und Entdeckung von Lernstrategien
zu tun, mit der inneren Struktur und Organisation des Lernens.
Lernen in diesem Verständnis meint nicht nur die Prozesse der inneren
Aneignung beziehungsweise Verinnerlichung neuen Wissens und neuer Handlungsmöglichkeiten, sondern
ist vielmehr als kreative Neu-Konzeptionierung zu verstehen. Lernen enthält als kreative innere
Konstruktion und Erfindung einen viel größeren Freiheitsraum; es geschieht aktiv, eigenbestimmt,
oft genug gänzlich ohne gezielte Aufmerksamkeit, eher dynamisch und spontan.
Zentraler Anspruch an Lehr- und Lernbeziehungen heute ist die
Optimierung von Handlungskompetenz in fachlicher, methodischer, sozialer und ökologischer Hinsicht
und der unterstützende Umgang mit Selbstorganisationsprozessen.
Auch hier kann das Eisberg-Prinzip als Modell betrachtet werden, das
neben der sichtbaren, sachlogischen Ebene auch die unsichtbare, emotionale Ebene berücksichtigt.
Gemäß dem Eisberg-Prinzip erzeugt die sachlogische Ebene (Strategie, Strukturen, Prozesse und
Funktionen) eine Hebelwirkung von nur ca. 10% und die emotionale Kultur-Ebene (Beziehungsprozesse,
Sozialkompetenz, Einstellung und Motivation) eine Hebelwirkung von ca. 90% bei erfolgreichen
Veränderungsprozessen.
Das heißt nicht, dass man auf die 10%-Ebene verzichten kann. Man
braucht beide
Ebenen, intelligent kombiniert.